Griechenland Umschuldung - Auswege aus der Schuldenkrise

Mai 4th, 2010 | By admin | Category: Wirtschaft

Auswege aus der Schuldenkrise

Der drohende Staatsbankrott Griechenlands beschäftigt derzeit die Bürger, die Medien und die Politik in ganz Europa. Nachdem die Finanzkrise überwunden schien, trifft die aktuelle Krise in offene Wunden.
Bereits 2004 war bekannt geworden, dass Griechenlands Bilanzen für die Jahre 1997 bis 2000 unsauber waren und Griechenland mit korrekten Bilanzen niemals Mitglied des Euroraums

hätte werden können. Von Ökonomen wird dies als der Geburtsfehler der Währungsunion bezeichnet.
Da nun Griechenland aber Mitglied der Eurozone ist und der Staatsbankrott droht, nutzt es nichts in der Vergangenheit nach Ursachen zu suchen, sondern es muss ein passender Ausweg gefunden werden. Das Grundproblem stellt dabei die so genannte "no bailout - Klausel" dar, die im Lissabon-Vertrag verankert ist und es EU-Staaten verbietet, andere EU-Staaten durch Geldgeschenke aus der Verschuldung zu retten. Diese Klausel wurde eingeführt, um den Staaten keinen Anreiz zu geben, sich über ihren Kopf zu verschulden. Tun sie es trotzdem, ist die EU leider, wie es der aktuelle Fall zeigt, gelähmt.

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Unter diesen Voraussetzugen wurden und werden nun viele Möglichkeiten zu einer möglichen Rettung Griechenlands vor dem Staatsbankrott diskutiert.

Möglichkeit 1: Abwertung der Währung
Die erste und auf den ersten Blick simpelste Möglichkeit, ist die Abwertung der griechischen Währung durch Inflation. Dadurch würden die Schulden auf einmal weniger wert. Doch der Haken ist klar: Griechenland ist Teil der Eurozone, dass heißt eine Abwertung der griechischen Währung ist eine Abwertung des Euros. Das ist offensichtlich kontraproduktiv und schadet auch den starken Ländern in der Eurozone.

Möglichkeit 1b: Austritt Griechenlands aus der Eurozone und Abwertung der Währung
Daran schließt sich Möglichkeit 1b an. Griechenland könnte aus der Eurozone austreten, also die Drachme wieder einführen, und diese Währung abwerten. Dieser Vorschlag kam unter anderem vom tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus. Was dabei übersehen wird ist, dass die Griechen ihre Schulden in Euro aufgenommen haben, sie also auch in Euros zurückbezahlen müssen. Bei einem Austritt aus der Eurozone und einer Abwertung der eigenen Währung würden also die Schulden viel mehr, eine Umschuldung kommt somit nicht in Frage. Die restlichen Länder der Eurozone wären dabei zwar fein raus, Griechenland aber würde dies finanziell eher schaden.

Möglichkeit 2: Innovation und Wachstum
Dies wäre die verträglichste und schönste aber auch die unrealistischste Variante. Neue Technologien und das daraus resultierende Wachstum können Kapitalmärkte aus einem Abschwung befreien. Jedoch würde das im Moment zu lange dauern und es gibt auch keine Anhaltspunkte, dass Griechenland in der nahen Zukunft einen starken ökonomischen Aufschwung erlebt.
Der aktuelle "Ausweg" besteht nun aus bilateralen Hilfezahlungen, vor allem geleistet durch Deutschland und Frankreich, an Griechenland. Dieser Ausweg wird von vielen kritisiert. Das Problem: Kann ein jedes Land, das Mitglied in der Eurozone ist darauf vertrauen, dass es im Notfall bilaterale Hilfe bekommt, gibt es keinen Anreiz mehr zu sparen. Die no bailout Klausel der EU wurde aus diesem Grund installiert und wird nun durch die Hintertür umgangen. Dies kann negative Anreizeffekte haben. Griechenland aber ist mit dieser Maßnahme mit Sicherheit geholfen.

Die Aufgabe für die Zukunft muss aber sein, einen besseren Ausweg aus solchen Situationen zu finden. Portugal und Spanien haben ebenfalls große Probleme und nähern sich einem Staatsbankrott. Die no bailout Klausel muss deshalb überdacht werden und es müssen nachhaltige Pläne für die Konsolidierung bankrotter Staaten innerhalb der Eurozone gefunden werden.

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